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Internationaler Frauentag: Mehr Geld statt Rosen! - Panorama | STERN.DE
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8. März 2010, 14:51 Uhr

Mehr Geld statt Rosen!

Männliche Charmeoffensiven am Weltfrauentag können nicht darüber hinwegtäuschen: Beim Gehalt werden Frauen in Deutschland so stark diskriminiert wie sonst fast nirgends in Europa. Ein Kommentar von Catrin Boldebuck

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Unterbezahlt - jedenfalls im Vergleich zu Männern: Frauen bekommen knapp 25 Prozent weniger Gehalt© Colourbox

Haben Sie heute früh auch eine Rose beim Betreten ihrer Firma überreicht bekommen? Heute ist Weltfrauentag, da denken die Arbeitgeber an ihre Mitarbeiterinnen und wollen sich charmant geben. Dagegen ist überhaupt nichts zu sagen. Doch statt der Blumen sollten die Firmenbosse den Frauen lieber mehr zahlen. Denn Frauen verdienen in Deutschland immer noch 23 Prozent weniger als Männer. Dreiundzwanzig Prozent, Monat für Monat.

Die Klage ist alt und nicht besonders originell. Aber leider immer noch aktuell: Denn bei der Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen verändert sich seit Jahren höchstens die Stelle hinterm Komma. Gerade hat das Statistische Bundesamt wieder neue Zahlen veröffentlicht: Danach verdienten Frauen 2008 23,2 Prozent weniger Gehalt als Männer. 2007 lag der so genannte "Gender Pay Gap" noch bei 23 Prozent. Er steigt also leicht. Sogar Zypern und die Slowakei, in denen der Abstand noch größer war, haben uns inzwischen überholt. Dafür liegen jetzt Estland, die Tschechische Republik und Österreich hinter uns. Das ist wohl kaum ein Trost.

Bei der Bildung haben Frauen längst aufgeholt: Mehr Mädchen machen Abitur als Jungs, die Hälfte der Studierenden ist weiblich. Aber es zahlt sich nicht aus. Selbst in Top-Positionen ist der Gehaltsabstand ein breiter Canyon: Chefinnen verdienen bis zu einem Drittel weniger als ihre Kollegen.

Damit ist das Argument vieler Männer widerlegt, die meinen, die Frauen seien selbst Schuld an der Gehaltsmisere: Weil sie sich die falschen Jobs suchen, Grundschullehrerin werden statt Elektroingenieurin, zu oft Teilzeit arbeiten und zu große Lücken im Lebenslauf haben. Doch das sind nur Teile der Erklärung. Und dagegen müssen Frauen dringend etwas tun. Rund zwölf Prozent der Lohnlücke lassen sich damit nicht erklären. Das ist echte Diskriminierung.

Auch wenn es viele Frauen offenbar total uncool finden, sich darüber aufzuregen - aber fast ein Viertel weniger Bares auf dem Konto zu haben, ist keine Bagatelle, sondern eine riesige Ungerechtigkeit. Dagegen müssen Frauen sich endlich wehren. Sie müssen sich Firmen suchen, wo es viele weibliche Bosse gibt und Frauen gezielt gefördert werden. Sich nicht in schlecht bezahlte Teilzeitjobs abdrängen lassen. Und sie müssen über ihr Gehalt verhandeln - genauso zäh und verbissen, wie sie für den Kitaplatz kämpfen oder um den Rabatt für die teure Handtasche feilschen.

Nur halb so viel Rente wie Männer

Es geht schließlich um die Anerkennung für ihre Leistung. Die Folgen der niedrigen Bezahlung können Frauen im Leben nicht mehr aufholen. Das rächt sich bis ins Alter: Bisher bekommen Frauen nur halb so viel Rente wie Männer.

Ein Gesetz, das ungleiche Bezahlung verbietet, das wäre ein Signal. Oder eine anonyme Meldestelle bei Verdacht auf Lohndiskriminierung. Doch Frauenministerin Kristina Schröder (CDU) hält nichts von Quoten, sondern nur von freiwilligen Appellen an die Wirtschaft. Seit einigen Wochen können die Firmen mit der Software "Logib" (Lohngleichheit im Betrieb) die Daten ihrer Mitarbeiter analysieren. Aber sie müssen nicht. Und warum sollte irgendein Unternehmen den Frauen freiwillig mehr Geld zahlen?

Nein, da müssen die Frauen schon selber Druck machen. Zum Beispiel am 26. März, wenn der dritte Equal Pay Day in Deutschland statt findet, organisiert von Frauennetzwerken wie den "Business and Professional Women". Das ist ein Anfang immerhin. Ansonsten können die Kollegen diesen Kommentar nächstes Jahr am Weltfrauentag wieder online stellen und 2012 und 2013.

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Ein Kommentar von Catrin Boldebuck
KOMMENTARE (10 von 24)
 
RoteTasche (10.03.2010, 10:29 Uhr)
es ist so wie es ist...
Liebe Männer,

warum reagiert Ihr denn so emotional? Das ist doch eigentlich Frauensache. :-)

Ich bin eine Frau und mir ist es passiert, das ich weniger Gehalt als Kollegen bekommen habe, bei mindestens gleicher Leistung. Das mir gesagt wurde, naja ein Mann muss ja auch eine Familie unterstützen usw.

Männer fördern Männer, das ist so.
Ob das Gerecht ist oder nicht, will ich gar nicht diskutieren. Es ist sicherlich verständlich.. aber nicht gut für die Frauen.

Deshalb mein Apell Frauen fördert Frauen, nur so kommen wir irgendwann dort an, wo viele Männer schon sind.

P.S. Auch bei einer bekannten deutschen Airline ist das so......

HG

RT
Roman25 (09.03.2010, 02:22 Uhr)
Frauen sind ja sooooo arm dran....
Diese Unwahrheit wird nun schon seit Jahren immer wieder und wieder wiederholt - ganz so als würde ihr Wahrheitsgehalt mit der Anzahl der Wiederholungen steigen.

Wenn man es sich nur oft genug einredet, dann glaubt man es irgendwann wahrscheinlich.

Bei gleicher Qualifikation verdient eine Frau im selben Job auch gleich viel - sonst wären die Unternehmen ja schön blöd, wenn sie die angeblich teuren Männer einstellen würden.

Oder soll eine Reinigungskraft nun soviel verdienen wie der Chefarzt ??

Und dass viele Frauen einfach kein Interesse an einer Karriere als Chefärztin o.ä, haben (was auch mit vielen Selbstaufgaben verbunden ist !!), dafür kann man doch nicht die Männer verantwortlich machen !

Billigstes Männer-Bashing !
michaelarock (08.03.2010, 20:12 Uhr)
Ich bin ein Transgender. Ich lebe seit Jahren 3 Tage die Woche als Frau und 4 Tage als Mann. Ich behaupte, dass ich beide Geschlechter(rollen) besser kenne als 95% der restlichen Menschheit. Ich kann dieses Geschwafel über die Benachteiligung von Frauen nicht mehr hören. Frauen setzen im Leben andere Prioritäten als den Beruf - und dürfen das. Männer werden von Frauen dagegen vielfach nach ihrem beruflichen Status beurteilt. Frauen haben viel mehr Lebensentwürfe und regen sich schon über Männer auf, die es wagen ein rosa TShirt zu tragen !! Deshalb bin ich lieber Frau als Mann. Die Menschen sind dann auch netter zu mir. Vielleicht leben Frauen dehalb auch länger
Midgard (08.03.2010, 18:58 Uhr)
Nicht pauschal jammern
Jedes Jahr das gleiche Lied - aber Roß und Reiter werden fast nie genannt.
Ich selber bin in einer Branche, in der es KEINE geschlechtsspezifischen Gehaltsunterschiede gibt und im Öffentlichen Dienst sowie bei Beamten gibt es das auch nicht.

Wenn es also tatsächliche Branchen gibt, in der Unterschiede gemacht werden: bitte klar benennen, sonst wird es für Dritte nicht nachvollziehbar!
Natürlich gibt es in meinem Unternehmen auch "schlecht bezahlte Frauen UND Männer" - die üben dann allerdings mangels jeglicher beruflicher Qualifikation nur einfachste Tätigkeiten aus, was so überhaupt nix mit Diskriminierung zu tun hat ...
chatahootchee (08.03.2010, 18:46 Uhr)
@KASTANIE
Gerade bei US Gesellschaften sollte so etwas nicht passieren. Warum haben Sie nicht auf Diskriminierung durch den US Arbeigeber geklagt?
rynaldo (08.03.2010, 18:29 Uhr)
Ich bin bei solchen Meldungen
mittlerweile sehr vorsichtig. Die Frauen haben mittlerweile ein exzellentes Netzwerk aufgebaut und penetrieren Meldungen so oft, bis sie jeder glaubt. Ich beziehe das auf Deutschland. Beispiel: Unser Schulsystem ist ja schon jetzt im femininen Interesse, wie jeder weiß, "umgekippt", da werden die Jungs mittlerweile extrem benachteiligt. Bei den Einstellungspraktiken bei Behörden, haben die Landesfrauenbeauftragten (eines meiner Lieblingswörter) extrem die Finger im Spiel. Auch wenn ich jetzt zerrissen werde, Ich bin überzeugt, dass auch diese Statistik einen Haken hat.
Prologo (08.03.2010, 17:46 Uhr)
Arbeitplatzbewertung, so einfach ist das.
Ich war Betriebsrat bei einer namhaften Optikfirma in Deutschland. Bei uns wurde der Arbeitsplatz bewertet und eingestuft.

Nicht die Person, männlich oder weiblich.

Und wer auf diesem Arbeitsplatz arbeitete bekam das Geld dafür, ob männlich oder weiblich, ohne Unterschied.
Das wurde mit einer Beriebsvereinbarung durch Betriebsrat und Geschäftsleitung abgesichert.

Das fanden alle gerecht und es gab keinen Neid.

MfG,
T.
kastanie (08.03.2010, 17:34 Uhr)
Verhandlungsgeschick hilft nicht
ich habe viele Jahre bei einer sehr großen amerikanischen Fluggesellschaft in Frankfurt gearbeitet. Es gab eine Gehaltsliste für Reservierungsmitarbeiter, Buchhalter, Verkaufspersonal, Ticketing Leute, Frachtabteilung usw. mit jeweils 2 Spalten, eine für männliche und eine für weibliche Angestellte. Diese Listen habe ich mit eigenen Augen gesehen. Mit gutem Verhandlungsgeschick wurde eine Frau vielleicht eine oder zwei Stufen höher eingestellt. Ein Mann mit demselben guten Verhandluingsgeschick bekam aber trotzdem mehr. Dasselbe galt für jährliche Gehaltserhöhungen. Auch nach 20 Jahren war eine Frau immer noch in der weiblichen Spalte und der Mann in der männlichen. Egal was sie machte, eine Frau hatte bei dieser Airline nie eine Chance mehr zu verdienen als ein männlicher Kollege. Ich bin überzeugt, dass das viele deutsche Firmen genauso machen.
Endgame (08.03.2010, 17:24 Uhr)
Ja, Ja!
Wieso werden Äpfel mit Birnen verglichen? Bei gleicher Qualifikation wird gleich bezahlt! Sieht man sich den Schnitt an, so sind weniger Frauen Ingenieurinenn, Architektinnen, Pilotinnen etc. Immer wieder dieselbe Leier. Frauen werden sowas von benachteiligt. Sie leben länger, erhalten länger Rente, verursachen mehr Kosten, zahlen aber dieselben Beiträge zur GKV. Sie erhalten weniger Gehalt, das wie sich zwischenzeitlich heraus stellte nicht für dieselbe Arbeit. Zur Wahrheit gehört eben auch, daß oft genug der Halbtagsjob gewählt wird, der Mann kann das ja 12-14 Std. pro Tag machen. Solange das Gehalt stimmt, einen Pfleger möchte die Medizinerin/Akademikerin und künftige Mutter nicht zuhause haben, oder? Doch lieber den Chefarzt, da stimmt das Einkommen, auch bei beklagten Halbtagsjob mit eben der Bezahlung. Der Job einer Mutter ist wirklich hart, keine Frage. Aber der Rollentausch ist häufig genug gar nicht gewollt. Dann doch lieber die Vorteile genießen und die bösen Männer den Burn Out erleben lassen.
Rudinsky (08.03.2010, 17:19 Uhr)
Wiederholung macht es nicht besser
Jedes Jahr die gleiche Leier, die auch durch Wiederholung nicht wahrer und auch nicht besser wird. Die ungleiche Bezahlung liegt schlicht daran, dass Frauen (i) in der Regel schlechter bezahlte Berufe wählen als Männer, (ii) öfter (trotz aller sonstigen Angebote oder dies einfach wollen) Auszeiten nehmen und (iii) wegen Kindern & Co. auf Karriere (nicht nolens, sondern volens) verzichten.
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